Zuchtziele und Ethik

Mit Shelties bin ich aufgewachsen, sie begleiten mich nun schon eine lange Zeit!

 

Meine besondere Liebe gehört denjenigen Shelties mit den stämmigen Beinchen, den markanten Unterkieferchen und dem zutraulichen Wesen – eben den Amerikanischen Shelties.

 

Vor ein paar Jahren entdeckte ich die Langhaarwhippets und verliebte mich zusätzlich in diese sanften, eleganten Wesen.

 

Hundezucht bedeutet für mich ausschliesslich Hobby und eine zusätzliche Bereicherung im Zusammenleben mit meinen Hunden.

 

Mein Ziel ist es, gesunde, wesensstarke und schöne Hundekinder zu züchten, die bei sorgfältig ausgesuchten Menschen ihren Lebensplatz finden. Eine von Vertrauen geprägte Beziehung zu meinen Welpenkäufern ist mir sehr wichtig. Um all dies erreichen zu können finde ich u.a unumgänglich:

 

Transparenz

 

Meine HP wird sehr häufig aktualisiert, damit Interessierte an unserem Zuchtgeschehen aktiv teilhaben können. Es wird nicht nur über „Erfolg“ berichtet, denn auch in der Hundezucht liegen Freud und Leid oft sehr nahe beieinander und gehören beide gleichermassen zum Leben.

 

Gesundheit

 

Gesundheit gehört zu den unverfügbaren Gütern, die nie garantiert werden können. Die moderne Medizin bietet die Möglichkeit, wenigstens einen Bruchteil der bekannten Erbkrankheiten durch entsprechende Tests abzuklären. Selbst wenn diese alle positiv ausfallen, bedeutet dies selbstverständlich nicht, dass das Tier nun einfach „gesund“, sondern nur, dass es frei von den konkret getesteten Krankheiten ist.

 

GETESTETE ELTERNTIERE:

 

Trotzdem macht es viel Sinn und zeugt von Verantwortungsbewusstsein, die Hilfe dieser Tests für die Zuchtplanung in Anspruch zu nehmen.

 

Die Eltern meiner Amerikanischen Zuchttiere sind alle auf HD, CEA, Thyroid (Schilddrüse) und vWD (von Willebrandsche Krankheit = eine genetisch bedingte Blutgerinnungsstörung) getestet und für frei davon befunden worden. Im Pedigree des AKC sind übrigens bei jedem der Ahnen die Testresultate durch einen entsprechenden Code erkennbar.

 

Bei uns in der Schweiz betreffen die Gentests v.a. HD CEA und MDR1.

 

Diese Defekte betreffen auch den Langhaarwhippet.

 

CEA: Obwohl CEA in seiner milden Form (Choroidale Hypoplasie) für den Hund lebenslänglich keine Probleme verursacht und deshalb eher ein Thema für Züchter ist, bin ich doch stolz, dass alle meine Amerikanischen Shelties genetisch frei von diesem Defekt sind.

 

WURFPLANUNG:

 

Bei der Auswahl der Zuchtpartner vermeide ich enge Linienzucht, um den Genpool zu vergrössern. Dies ist mir v.a. bei den Langhaarwhippets – als noch junger Rasse – ein besonders wichtiges Anliegen.

 

ERNÄHRUNG:

 

Voraussetzung für eine gute Gesundheit ist ein starkes Immunsystem. Diesbezüglich lege ich sehr viel Wert auf die Schätze der Natur wie Weizenkeime, Blütenpollen, Echinacea, Honig, verschiedene Kräuter etc. .Unsere Welpen werden generell sehr vielseitig ernährt.

 

GESUNDHEITSCHECK DER WELPEN:

 

Kurz vor der Abgabe werden unsere Welpen nochmals dem Tierarzt für eine gründliche Untersuchung vorgestellt. Dieser stellt ein Gesundheitszeugnis aus, das den Welpenkäufern übergeben wird. .

 

 rotz vielen Bemühungen kann ich meinen Welpenkäufern nicht garantieren, dass ihr Liebling immer gesund sein wird. Ich kann aber versprechen, dass ich für alle Fragen jederzeit offene Ohren habe und mich um weiter führende Antworten bemühe.

 

Wesensstärke

 

Der weit verbreitete Ansicht, eine differenzierte Wesensbeurteilung eines kleinen Hundes eben z.B. des Shelties als Voraussetzung zur Zuchtzulassung sei von untergeordneter Bedeutung, möchte ich vehement widersprechen. Natürlich richtet ein Angst beissender kleiner Sheltie aus physiologischen Gründen weniger Schaden an als ein Vertreter einer grossen Rasse (wobei auch spitze Sheltiezähnchen bleibende Narben hinterlassen können!).. Aber darum geht es meiner Meinung nach gar nicht in erster Linie. Es sind nicht die kleinen Shelties, die der Menschheit gefährlich werden könnten, sondern es ist das immer Hunde feindlicher werdende Umfeld, das immer grössere psychische Anforderungen an alle Hunde gleich welcher Rasse stellt. Deshalb kann immer mehr nur ein wesensstarker auch ein glücklicher Hund sein! Denn für jedes Lebewesen bedeutet es eine drastische Minderung seiner Lebensqualität, wenn es alltägliche Situationen stets von Angst und Furcht begleitet meistern muss.

 

Auf der körperlichen Ebene verbietet das Gesetz sog. „Qualzucht“ (d.h. solche, die Schmerzen oder Beeinträchtigungen in Kauf nimmt). Dies sollte meiner Meinung nach auch auf der psychischen Ebene Verbindlichkeit haben: Für die subjektive Befindlichkeit eines Individuums in Hinsicht auf seine Lebensqualität macht es nämlich keinen Unterschied, ob es wegen Schmerzen oder wegen Angst leidet.

 

Bei der Auswahl meiner Zuchttiere hat deshalb das Kriterium „Wesensstärke“ eine sehr hohe Priorität. Mein hauptsächliches Augenmerk liegt dabei auf der Zuchthündin, denn die Leistung einer instinkt- und wesenssicheren Hundemutter kann durch keinen Menschen ersetzt werden.

 

Während der Aufzucht ihrer Welpen versuche ich, auf möglichst viele Bedürfnisse der Mutterhündin einzugehen und ihr so gleichsam den Rücken zu stärken. Eine glückliche Mama kann ihre Aufgabe am besten erfüllen. .

 

Aus diesem Grund möchte ich nicht mehrere Würfe gleichzeitig (in absoluten Ausnahmefällen höchstens zwei) aufziehen – nicht wegen der Anzahl Welpen sondern der zu unterstützenden Mutterhündin.

 

Aufzucht

 

Die ersten drei Wochen verbringen die Welpen mit ihrer Mama bei mir im Schlafzimmer. Danach steht unseren Hundekindern ein geräumiges, helles und mit Bodenheizung versehenes Kinderzimmer zur Verfügung. Wenn die Welpen grösser sind, dürfen sie natürlich unter Aufsicht auch die anderen Räume erkunden.

 

Inmitten der grossen Hundewiese liegt ihr 64 m2 grosses Welpengärtchen, wo sie nach Lust und Laune herumtoben können und ständigen Sichtkontakt mit den erwachsenen Hunden haben. Unter meiner Aufsicht dürfen sie natürlich auch mit den Grossen spielen. Zum Glück sind alle meine erwachsenen Hunde sehr „Welpen verträglich“.

 

Besuche sind sehr herzlich willkommen, sind sie doch für die Welpen eine ausgezeichnete Möglichkeit, menschliche Zuwendung geniessen zu lernen.

 

Sobald die Welpen geimpft sind, gibt es auch kleinere Ausflüge in unbekanntes Gelände oder Menschenansammlungen. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Bei dieser Gelegenheit lernen die Welpen auch das Auto kennen.

 

Sorgfältig ausgesuchte Welpenspielstunden sind eine weitere gute Möglichkeit, um die Hundekinder auf das neue Leben in ihren zukünftigen Familien vorzubereiten. Ob es möglich ist, solche zu besuchen, hängt natürlich wesentlich von der Wurfstärke ab. So oder so bin ich fast ständiger Gast in den Welpenspielstunden des KV Rafzerfeld.

 

Ordentlich an der Leine laufen zu lernen, diese Kunst den Welpen beizubringen, überlasse ich den neuen Besitzern. Mir ist es in den ersten Lebenswochen wichtiger, dass sie viel Gelegenheit bekommen, ihre Welt selbständig zu erkunden und Wege zu finden, um „Probleme“ zu lösen. So können Selbstvertrauen und Mut wachsen.

 

Schönheit

 

Ich muss offen gestehen, dass mich von allen Arten von Beschäftigung mit dem Hund das Ausstellungswesen am wenigsten interessiert, obwohl in unserem Haushalt irgendwo auch ein paar Pokale herumstehen.

 

Schönheit hat für mich mit Liebe zu tun und mit Ausstrahlung. Es ist für mich schwer nachvollziehbar, dass sie erst im Vergleich mit anderen sichtbar werden und messbar sein soll. So wie bei den Menschen noch nie „Mr. Schweiz“ oder „Miss Universum“ die für mich besonders schönen waren, schlägt mein Herz selten für einen Champion unter den Hunden. Natürlich kenne ich gleichwohl alle züchterischen Argumente dafür und kann sie intellektuell auch nachvollziehen, aber eben: - mein Herz schlägt nicht dafür.

 

Amerikanische Shelties haben es auf Ausstellungen in Europa und ganz besonders in der Schweiz schwer, weil sie nach dem innerhalb der FCI geltenden Englischen Standard gerichtet werden. Wie gesagt, ich persönlich kann gut mit dieser Tatsache leben, finde es aber trotzdem schade, weil auf diese Weise an Amerikanische Shelties Massstäbe angelegt werden, denen sie nicht wirklich entsprechen können, und die ihnen auch nicht gerecht werden.

 

Das neue Zuhause

 

Entgegen meinen anfänglichen Befürchtungen fällt es mir eigentlich ziemlich leicht, die Welpen zur gegebenen Zeit in ihr neues Zuhause zu entlassen. Dies deshalb, weil während der Zeit der Aufzucht die geknüpften Kontakte zu den zukünftigen Menschen vertieft wurden, gegenseitiges Vertrauen gewachsen ist und ihre Vorfreude auf ihr neues Familienmitglied auch mich - die Züchterin – ansteckt.

 

Ich geniesse die Welpenzeit immer als eine ganz besonders erfüllte Zeit, empfinde sie nie als „Arbeit“ und spüre doch, wie richtig es ist, die Hundekinder danach gehen zu lassen.

 

Die Zeit mit den Welpen bedeutet immer geliehenes Glück und ist deshalb besonders kostbar!

 

Damit gegenseitiges Vertrauen zwischen Welpenkäufer und Züchter wachsen kann, braucht es Zeit, Sorgfalt, Behutsamkeit – und die Ehrlichkeit, auch einmal nein sagen zu können.

 

Ich züchte weder „Zuchtmaterial“ noch „Sportgeräte“, sondern kleine Jewels, die von ihren Menschen erkannt, geliebt und gefördert werden wollen. Und dies ein ganzes Hundeleben lang!

 

Deshalb ist es für mich das vornehmste Ziel, sog. „Familienhunde“ zu züchten.

 

 

 

Meine Hundekinder werden erst definitiv versprochen, wenn sie ein paar Wochen alt sind, nachdem erste persönliche Kontakte stattgefunden haben, die Lebensumstände im neuen Zuhause besprochen wurden, die Welpenkäufer sich alles in Ruhe gründlich überlegen konnten und erste Aussagen über Gesundheit und Wesen des Hundekindes gemacht werden können. Da ich in der komfortablen Lage bin, viel Platz zur Verfügung zu haben, stehe ich nicht unter Druck, die Welpen unbedingt mit 10 Wochen abgeben zu müssen. Ich kann in aller Ruhe warten, bis die „richtigen“ Menschen gefunden sind.

 

Pedigree

 

Unsere Welpen erhalten nach der Wurfabnahme im Alter von 8 Wochen Papiere von der URCI e.V. Diese sind nicht FCI anerkannt. Falls Sie also ambitionierte Hundesportler/innen, die an internationalen Wettkämpfen teilnehmen möchten, oder am FCI- Ausstellungswesen interessiert sind, wenden Sie sich besser an FCI Züchter.